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  1. Ein Baum

    Mai 20, 2012 by Eva-Maria Obermann

     

    Im Mai schlagen die Bäume aus – Deckung.

    Ausschnitt einer Bleistift-Skizze, entstanden an einem langen Nachmittag vor einigen Jahren.


  2. Theorie-Apotheke von Jochen Hörisch

    Mai 18, 2012 by Eva-Maria Obermann

    Die Theorie-Apotheke war für mich auch deshalb interessant, da der Autor einer meiner Professoren ist. Prof. Dr. Jochen Hörisch unterrichtet an der Uni Mannheim und redet gerne viel, aber gerade auch gerne viel, was sich zu merken lohnt. In seiner Vorlesung lernten wir, dass Arachne das Totemtier der Dichter ist, welche Namensymbolik Goethe in seinen Werken versteckt hat, das Autoren oft weniger über ihre Bücher wissen, als jene, die sie analysieren, aber auch dass jede Analyse, egal wie gut sie ist, mit Pauken und Trompeten an der Botschaft des Autors selbst vorbeischlittern kann.

    Die Theorie-Apotheke, auch wenn als Informationsbuch für den interessierten Laien ausgeschrieben, ist nicht für jeden etwas. Zum einen sollte der interessierte Laie Vorwissen mitbringen, zum anderen sollte jeder Leser bereit sein, mit jedem Satz etwas zu lernen. Die Theorie-Apotheke liest sich nicht so nebenbei. Jedes Kapitel widmet sich einer anderen humanwissenschaftlichen Theorie. Konstruktivismus, Gender-Studies, Gerechtigkeitstheorie, Hermeneutik, und so weiter. Alles Theorien, die niemand kennen muss, doch wer sie kennt, ist im Vorteil. In den Erklärungen zu den Theorien stecken Gedankenexperimente, die freilich nicht ganz neu sind, aber dennoch immer wieder gedacht werden können.

    Doch Jochen Hörisch gibt die Theorien nicht nur wieder, er erklärt und zeigt auf, deutet auf mitlerweile bekannte Fehler, auf Kritikpunkte und Überarbeitungen, auf Verbesserungsmöglichkeiten und darauf, dass keine Theorie absolut ist, so gerne sie es auch wäre. Es gibt Modetheorien, wie Modefrisuren, und Ansichten sind nicht nur individuell, sondern stets im Wandel. Die Theorie-Apotheke liest keiner ein Mal und hat dann keine Fragen mehr. Doch durch die Aufteilung in Kapitel bieten sich die einzelnen Theorien als Mini-Lernstoff für Zugfahrten oder Wartezimmer an. Und mehrmaliges Lesen führt zu immer neuen Erkenntnissen und Gedankengängen, die schon mal weitab jeder Theorie führen können.

    Die Theorie-Apotheke kann ich niemandem ins Bücher-Regal empfehlen, der leichte Lektüre sucht, und um die Humanwissenschaften lieber einen gr0ßen Bogen macht. Alle aber, die sich für Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, et cetera interessieren, sollten einen Blick hinein werfen und am Ball bleiben. Auch wenn das, wie bei allen wissenschaftlichen Werken nicht immer leicht ist, lohnt es sich am Ende. Dafür steht auch der Name “Theorie-Apotheke”, denn Medizin schmeckt manchmal auch bitter und hilft dennoch.


  3. Schlafender Säugling

    Mai 17, 2012 by Eva-Maria Obermann

    schlafender Säugling - Eva-Maria Obermann

    Bleistiftskizze, einem Photo von 1987 nachempfunden


  4. Das Traumfresserchen – Michael Ende

    Mai 10, 2012 by Eva-Maria Obermann

    Eine der Größten unter den deutschen Kinderbuchautoren ist ohne Frage Michael Ende. Für jeden ist da was dabei, ob im Bilderbuchbereich mit Tranquilla Trampeltreu, mit Momo als Jugendbuch und eigentlich für alle Altersklassen gibt es Die Unendliche Geschichte.

    Mir geht es heute aber um ein ganz anderes Buch. Ein Buch, aus dem meine Mutter mir schon vorgelesen hat, das ich nun meinem Sohn vorlese und zuletzt ertappte ich meinen Bruder dabei, wie er es seiner Freundin vorlas. Das Traumfresserchen ist eines der besten Kinderbücher, das ich kenne. Mit Leichtigkeit verlegt Michael Ende das Einschlafproblem, das jedes Kind kennt, und alle Eltern, in das Schlafzimmer einer Prinzessin und macht es zum politischen Fiasko. Denn die Prinzessin Schafittchen wohnt in einem Land, in dem Schlafen die höchste Tugend ist und schlechter Schlaf dementsprechend gesellschaftlich einfach furchtbar ist.

    In diesem Land also, in dem auch die meisten Eltern gerne mal Urlaub machen würden, stehen König und Königin vor dem Problem, dass ihre Tochter nicht mehr gut schläft, geradezu fürchterlich schläft und gar nicht mehr schlafen will. Alles nur wegen böser Träume. Und nachdem niemand dem armen Mädchen helfen kann, macht der König, was jeder Vater in der Situation gerne tut. Er zieht los. Aber nicht etwa, um mal aus dem Haus zu kommen, sondern um eine Lösung zu finden und seiner Tochter zu helfen.

    Nach einer schier unendlichen Reise kommt der König in eine seltsame Gegend, in der er auf ein seltsames Männchen trifft. Das Traumfresserchen. Es ist gleichermaßen angsteinflößend wie lustig und weis, was es will. Wie der Name schon sagt nämlich: Träume fressen. Der König reist also mit dem Traumfresserchen in Windeseile zu seiner Tochter und damit ist das Problem gelöst, denn das wundersame Männchen frisst nur böse Träume und lässt die guten übrig. Und damit jedes Kind nun nur noch mit guten Träumen gesegnet wird, steht im Buch der Spruch, mit dem das Traumfresserchen gerufen werden kann. Hilft garantiert!

    Das Traumfresserchen ist ein Buch, das Kinder durch Einfachheit anspricht. Es gibt ein einfaches Problem, es muss einfach gelöst werden und die Lösung ist dann am Ende auch ganz einfach. Mit wundervollen Illustrationen und der liebevollen Gestalt des Traumfresserchens hat Michael Ende einen zeitlosen Hit geschrieben, der immer wieder erwähnenswert ist. Und manch Elternteil wird in schlaflosen Nächten dabei zu finden sein, dass es tonlos den Spruch des Traumfresserchens aufsagt. Nur für den Fall, dass.


  5. Danke

    Mai 9, 2012 by Eva-Maria Obermann

    An dieser Stelle möchte ich Danke sagen.

    Danke an Herrn Hermann-Eisold vom Standesamt Schifferstadt für die lieben Worte, den mitunter amüsanten Text zur Auflockerung und die wunderschöne Trauung.

    Danke an die Stadtverwaltung und die Bürgermeisterin Ilona Volk für das Kochbuch, in dem wir gleich geschmökert haben, und den Baum, den wir im März 2013 pflanzen dürfen.

    Danke an meinen Vater Jürgen, der mit seiner Frau Ewa im letzten Moment einen Pavillion zum Unterstellen organisiert hat, den wir zum Glück nicht wirklich gebraucht haben.

    Danke an meine Mutter Christine, die wie immer mit kühlem Kopf Ratschläge verteilte.

    Danke an meinen Schwiegervater Joachim für den zweiten Brautstrauß.

    Danke an meine Schwiegermutter Gabi, die ein Auge auf meinen Sohn hatte.

    Danke an unsere Trauzeugen, Matthias und Samet, die rechtzeitig zur Stelle waren und die Photosession beim Unterschreiben mehr oder weniger geduldig ertragen haben.

    Danke an meine Großmütter, die Tränen verstecken mussten.

    Danke an meinen Cousin Frank, der sein Versprechen wahr gemacht hat, und den Sektauschank übernommen hatte, wie ich damals bei seiner Hochzeit.

    Danke an meine Tante Notburga für den ersten Brautstrauß.

    Danke an meinen Bruder Patrick für die Mitfahrgelegenheit.

    Danke an Noah, der spontan schon beim Standesamt zum Ringträger wurde.

    Und natürlich danke an meinen Mann Andreas, der immer an meiner Seite steht und die Zukunft mit mir verbringen will.

    Danke an alle, die uns geholfen haben, dahin zu kommen, wo wir heute sind, an alle, die unsere Hochzeit mit uns feiern, die gestern bei uns waren, die am Samstag bei uns sein werden. An alle, die kommen und an alle, die schon gegangen sind.

    DANKE.


  6. Kindsköpfe

    Mai 6, 2012 by Eva-Maria Obermann

    Ja, gut, viel ist nicht zu erwarten, oder? Kindsköpfe – Typische Komödie mit Adam Sandler, typische Witze, typische Figuren, typisches Drama, typisches Ende. Na ja, fast.

    So lebensnah die Story sein könnte, so fern scheint sie doch. Sandler spielt keine normalen Menschen mehr, sondern glücklich reich gewordene. Mit mehr Geld, als Vernunft und einer Einstellung, die er auch schon als Schuljunge hatte. Klingt unwirklich. Seine Frau – eine Designerin – die Kinder – mehr verwöhnt als erzogen. Doch wieder irgendwo typisch. Und die Idylle zerbricht nicht etwa, nur der Hausherr wird aufgerüttelt als er die Nachricht vom Tod seines ehemaligen Basketballcoachs erreicht.

    Auch die restliche Mannschaft taucht auf, die Unterschiede aus der Kindheit sind nur größer geworden und doch stehen die Freunde zusammen, wie eh und je. Irgendwie doch schön. Und irgendwie auch gar nicht so kitschig wie es sich anhört. Beim gemeinsamen Wochenende lernen Erwachsene und Kinder nicht nur sich selbst besser kennen, sondern auch das Leben etwas leichter zu nehmen. Die verwöhnten Bälger legen plötzlich Dosentelefone durch das ganze Haus, Mama Designerin lernt Steine auf der Wasserberfläche tanzen zu lassen und das Leben macht Spaß.

    Vielleicht bietet Kindsköpfe nicht so viel klaren Inhalt, wie andere Filme, doch mit typischem Witz und einer lebensfrohen Botschaft hat sich der Film in unser Wohnzimmer geschlichen und mein Verlobter wollte ihn gar nicht mehr gehen lassen. Genau das Richtige nach einem stressigen Tag, an dem man glaubt, es kann nicht mehr schlimmer kommen. Denn das Ende bleibt: Manchmal ist gewinnen gar nicht so wichtig, solange man lachen kann.


  7. I shall wear midnight – Terry Pratchett

    Mai 5, 2012 by Eva-Maria Obermann

    Wie in der Rezension zu The fifth Elephant schon erwähnt, habe ich gerade auch I shall wear midnight von Terry Pratchett gelesen. Und war begeistert. Wie in Wintersmith ist Hauptfigur die junge Hexe Tiffany Aching. Zu Beginn der Geschichte ist sie fünfzehn und macht sich doch langsam Sorgen, um ihr Privatleben. Immerhin hat sie als Hexe auf dem Lande so viel mit Geschwüren und Fußverbänden zu tun, dass kaum Zeit für Gleichaltrige bleibt, und dann ist da noch das Problem, dass sie eine Hexe ist, und viele sind da doch skeptisch. Leichter wird das auch nicht, als ihr alter Freund, Roland, der Sohn des Barons, gerade seine Hochzeit plant. Aber Tiffany ist eine Hexe und sagt sich immer wieder, wie sie sich als Hexe eben zu verhalten hat.

    Doch die Sache läuft aus dem Ruder, als ein Mann im Dorf seine unehelich schwangere Tochter so zusammenschlägt, dass sie das Kind verliert. Zu Genesung bringt Tiffany das Mädchen zu den Nac Mac Feegles, wo sich ungeahnte Talente offenbaren. Doch das passt den Dorfbewohnern gar nicht. Schnell gibt es Gerüchte, Tiffany hätte das Mädchen entführt und zu den Feen verschleppt. Als der alte Baron dann auch noch ausgerechnet während eines Gesprächs mit ihr stirbt, sieht es schlecht für die junge Hexe aus. Sie reist kurzerhand nach Ankh-Morpork, um Roland die schlechte Nachricht selbst zu überbringen.

    Doch dort läuft alles endgültig aus dem Ruder. Eine seltsame Kreatur verfolgt Tiffany und droht ihr an, sie zu verbrennen, den „Cunning Man“. Diese mythische Figur taucht immer wieder auf, verbreitet einen Hass auf Hexen und ruht erst, wenn er besiegt, oder die Hexe tot ist. Tiffany reist zurück aufs Land und wird von Roland eingesperrt. Wissend, dass er sie nicht wirklich festhalten kann, macht sie es sich im Turm, der zum Ziegenstall umfunktioniert wurde gemütlich und besucht nachts nicht nur ihre Patienten sondern auch Rolands Verlobte Letitia. Die ist gar nicht so blass, wie es den Anschein hat. Letitia ist selbst Hexe und weiß es noch nicht so richtig. Aus Eifersucht hat sie Tiffany mit einem Fluch belegt, wodurch die Aufmerksamkeit des Cunning Man sich auf die junge Hexe richtete. Gemeinsam heben sie den Fluch auf, und die Lage entspannt sich zumindest zeitweilig und Tiffany wird von Roland reumütig freigelassen.

    Eine junge Schlosswache, Preston, hilft Tiffany bei den Vorbereitungen zur Beerdigung und kurz darauf findet bereits die Hochzeit statt. Zu den Feierlichkeiten reisen nicht nur Lady Magrat, Oma Wetterwachs und Nanny Ogg an, sondern auch Hexen aus Ankh-Morpork. Tiffany weiß, wenn sie es nicht schafft, den Cunning Man zu besiegen, werden die anderen Hexen sie töten, um den Geist wieder loszuwerden. Als Roland nach dem Junggesellenabschied verschwunden bleibt machen Preston und Tiffany sich auf die Suche nach ihm. Als sie ihn im Schlamm finden eilt auch Letitia herbei, die sich um ihren Zukünftigen Sorgen macht. Doch diesen Moment hat der Cunning Man abgewartet. Mit einem gestohlenen Körper verfolgt er die vier. Doch Tiffany und Preston haben einen Plan. Während Tiffany mit dem Brautpaar in Richtung Schloss rennt, eilt Preston in die entgegen gesetzte Richtung. Er zündet das Feld an, und schließt so den Cunning Man, aber auch seine Freunde ein. Tiffany nutzt ein altes Vermählungsritual und kann sich und das Brautpaar retten, während der Cunning Man scheitert und verbrennt.

    Die Geschichte auf Leben und Tod wird aber nicht nur durch Tiffanys emotionale Verwirrung durch die Hochzeit ihres Exfreundes und die Begegnung mit Preston interessant gemacht. Es geht viel mehr um die Stereotypischen Vorstellungen in den Köpfen der Menschen, die es erst möglich machen, dass sie vorschnell über die Hexen urteilen. Und es geht, wie schon in Wintersmith, um das wachsende Selbstbewusstsein von Tiffany. Mit jedem Schritt lernt sie sich selbst besser kennen, findet heraus, was sie will und wird sich über einiges im Klaren. Zu Recht wird I shall wear midnight als Jugendbuch deklariert, die Geschichte ist deutlich jugendlich was bestimmte Einstellungen und Probleme der Protagonisten angeht. Doch wie viele gute Jugendbücher unserer Zeit, ist auch dieses bestens für Erwachsene geeignet. Denn Tiffany ist zwar ein Teenager, aber sie ist auch eine Hexe. Und wer sich mit Pratchetts Hexen auskennt, weiß, dass sie ihre eigene Zeitrechnung haben, was das Altern angeht.


  8. Vortrag

    Mai 4, 2012 by Eva-Maria Obermann

    Vielleicht erinnert ihr euch an den Studentor e.V., den Verein, bei dem ich mit im erweiterten Vorstand stehe und der jungen Menschen helfen will, die Wahl des Studienfaches und Studienortes treffen zu können.

    Ich kenne das Dilemma noch gut. Immerhin habe ich 4 Semester Biologie studiert, bis ich mich endlich durchringen konnte und meine Leidenschaft zum Beruf und Studienfach machte. Und ich fühl mich in der Germanistik Pudelwohl.

    Am 16.05.2012 halte ich nun meinen ersten Vortrag für den Studentor e.V. Um 19 Uhr geht es los, im Hallenbadanbau in Schifferstadt. Thema wird sein “Die Mutterfigur bei Goethe” und auch da klingelt es bei euch, denn das war das Thema meiner Bachelorarbeit. Auch Generelles zum Studium in Mannheim, zum Fachbereich und anderen Bereichen wird zur Sprache kommen. Immerhin soll nicht lange geschwafelt werden, sondern ein Einblick in ein mögliches Studienfach gegeben werden.

    Ich freue mich über möglichst viele Zuhörer!! Meldet euch doch gleich hier an ;-)

    Eva


  9. Flashmob in Mannheim

    Mai 3, 2012 by Eva-Maria Obermann

    Aufgepasst! Am 10.05 wird in Mannheim getanzt, kollektiv, mit viel Spaß an der Freude. Ein Flashmob soll es werden hat das Team von Uni Spirit sich gesagt und es wird schon fleißig geübt.

    Wer, wie ich, nicht mitmachen kann, kommt vielleicht (auch wie ich) am Donnerstag nächste Woche mit der Hoffnung an die Uni Mannheim, den Moment wenigstens als Zuschauer miterleben zu können. Und wer doch noch die Zeit findet, zu üben und Lust hat, kann sich noch immer melden. Selbst von zu Hause aus könnt ihr den Tanz lernen. Ganz schnell oder Schritt für Schritt.

    Ich freu mich schon drauf! Am 10.05 an der Uni Mannheim. Bis dann!


  10. The fifth Elephant – Terry Pratchett

    Mai 2, 2012 by Eva-Maria Obermann

    Nach dem wissenschaftlichen Lesen um meine Bachelorarbeit, tat mir Terry Pratchett gleich mehrfach gut. Zum einen las ich nicht nur The fifth Elephant, sondern auch gleich darauf I shall wear Midnight, zum anderen brachte mich die Englische Sprache weit weg von dem Goethe-Deutsch und den fachspezifischen Formulierungen.

    Doch, wie schon gesagt, lese ich Pratchett vor allem auf Englisch, um auch wirklich die Sprache des Autors lesen zu können. Diese glorreichen Formulierungen und Wortwitze, die ich so liebe, gab es auch in The fifth Elephant wieder. Besonders gut hat mir der Titel gefallen. “The fifth Elephant ” steht dabei eher metaphorisch und deutet ein Leitmotiv des Buches schon an: Wird etwas wahr, wenn wir daran glauben?

    Commander Samuel Vimes (im Deutsche Sam Mumm) wird vom Patriarchen zu einer diplomatischen Mission geschickt, denn immerhin ist Commander Vimes seit seiner Hochzeit mit einer Aristokratin der Duke von Ankh. Er soll in Überwald der Krönung eines neuen Königs beiwohnen. Keine leichte Aufgabe, ist besagter König ein Zwerg und Überwald außerdem voller Vampire und Werwölfe.

    Während Commander Vimes inständig hofft, diesen unliebsamen Auftrag schnell abschließen zu können, möglichst ohne eine Kriegserklärung oder anderes zu erwirken, hat Captain Carrot ganz andere Probleme. Seine Freundin Angua, ebenfalls Werwolf, hinterlässt ihm einen Brief und verschwindet spurlos. Nichts, was Carrot auf sich sitzen lassen würde, macht er sich um Angua doch große Sorgen. Obwohl er eigentlich Commander Vimes vertreten sollte, reist er seiner Liebsten hinterher und überlässt ausgerechnet Fred Colon die Leitung der Wachen.

    Natürlich laufen bei Pratchett alle Stränge wieder zusammen, denn Angua will mit Hilfe eines alten Freundes, ihren Bruder Wolfgang daran hindern, die Krönung in Überwald zu sabotieren. Die Scheibenwelt von Pratchett ist mit The fifth Elephant um einiges an Mysteriösem, aber vor allem um eine ausgezeichnete Geschichte reicher. Gegen Ende wird es brutal und blutig, aber manchmal braucht es eben genau das, und nebenbei kämpfen weibliche Zwerge für das Recht, weiblich zu sein. Und alles kommt wunderbar unter dem fünften Elefanten zusammen, der nicht wirklich existiert haben muss, solange wir glauben, dass er existiert hat. Denn Glaube versetzt Berge.